Agiles Arbeiten in IT-Projekten | think tank Business Solutions AG
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IT-Projektmanagement

Agiles Arbeiten in IT-Projekten - es geht um mehr als Sprints und bunte Post-its

Beyond SCRUM

Die Digitale Transformation verändert nicht nur Unternehmensstrategien und bestehende Geschäftsmodelle.  Sie verändert Organisationen im Inneren. Sie stellt Anforderungen an „Neues Arbeiten“ für Mitarbeiter und Führungskräfte. Schnelles Time-to-Market, eine extrem hohe Dynamik und eine hohe Kundenzentrierung geben den Takt vor und führen zu einem erhöhten Bedarf an Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Agilität. Mit der digitalen Transformation einher gehen eine Transformation der Unternehmenskulturen und Organisationsformen und eine Veränderung hin zu agilen Arbeitsweisen in Projekten.

SCRUM und bunte Post-its?

Was genau verstehen wir unter agilem Arbeiten? Den Einsatz von SCRUM oder ähnlichen, agilen Entwicklungsframeworks? Arbeiten wir agil, wenn wir bunte Post-its an die Wand kleben? In der Softwareentwicklung arbeitet man schon seit den frühen 90er Jahren mit dem Projektmanagement Framework SCRUM, das es ermöglicht, Ziele durch stetiges Feedback anzupassen und auf sich stetig ändernde Anforderungen schneller reagieren zu können. Es ist ein zutiefst empirisches Vorgehen, das Softwareartefakte iterativ bereitstellt, um die Komplexität der Anforderungen zu beherrschen.

Mindset Agile

Agiles Arbeiten beschränkt sich nicht nur auf den Einsatz von SCRUM und den damit einhergehenden Artefakten und Rollen im Projekt. Wer agil arbeiten will, muss agil zunächst verstehen. Nur wenn ein Team die Prinzipien von Agilität verinnerlicht hat, kann Agilität wirklich Anwendung finden. Es geht darum offen zu sein für Neues, Dinge schnell auszuprobieren, sie zu testen und aus den Ergebnissen zu lernen. Keine Angst zu haben, etwas falsch zu machen, Komplexität zu akzeptieren und ihr mit neuen Ideen zu begegnen.

Nutzerzentrierte, kreative Methoden und Tools

Auch im Anforderungsmanagement und im Produktdesign arbeitet man immer mehr mit kreativen Methoden. Hierbei stehen vor allem der Nutzer und seine Bedürfnisse stärker im Fokus, da der Anspruch an Kundenzentrierung im Rahmen der digitalen Transformation stark zugenommen hat. Design Thinking wird deshalb auch als ein „human-centred“ Ansatz für innovative Ideenfindung bezeichnet. User Story Mapping ist eine wunderbare Methode im Anforderungsmanagement, um einen Überblick über sämtliche Ziele, Zielgruppen und Features zu bekommen und diese zu strukturieren. Mit Karteikarten und Post-its arbeitet man nicht deshalb, „weil man das jetzt so macht“, sondern weil man damit visualisieren kann, was inhaltlich zusammengehört. Man kann Informationen clustern, strukturieren und flexibel „umhängen“ und User Stories grundlegend dokumentieren.

Visualisieren und Testen

Visualisieren und Testen
Prototyping ist agiles Arbeiten par excellence. Denn nichts ist besser geeignet, das Prinzip des Ausprobierens, Testens und Lernens anzuwenden. „Never come to a meeting without a prototype.“ ist ein Prinzip bei IDEO, der bekannten Design Innovation Agentur aus dem Silikon Valley. Nicht ohne Grund. Schon eine Bleistift Skizze hilft dabei, Ideen besser zu verstehen und sie weiterzuentwickeln. Visualisieren und Prototyping sind wichtige Bestandteile agilen Arbeitens.

Produktives Arbeiten

Produktives Arbeiten
Agil zu arbeiten bedeutet mitunter auch, produktiver und effektiver zu arbeiten, weil es eine stärkere Fokussierung auf kleine Ziele forciert. Nehmen wir das kleine Hilfsmittel des „Time-Timers“, das man jedem agilen Team nur ans Herz kann. Es zwingt Teams oder einzelne Teammitglieder dazu, im Rahmen einer knapp bemessenen Zeit, bestimmte Ergebnisse er liefern. Das schärft ungemein den Fokus und führt dazu, sich in Workshops nicht in Details zu verzetteln. Agiles Arbeiten bedeutet auch, sehr diszipliniert zu arbeiten. SCRUM Artefakte beispielsweise sollten wie geplant bearbeitet und eingehalten werden. Ziele und Anforderungen für jeden Sprint müssen klar und spezifisch sein, um den gewünschten Fortschritt zu erzielen.

Der Mensch im Mittelpunkt

Der Mensch steht nicht nur im Mittelpunkt, wenn es um die digitalen Lösungen und Anwendungen geht, die wir entwickeln. Der Mensch steht auch im Mittelpunkt, wenn es um das „WIE“ der Arbeit geht. Agiles Arbeiten bedeutet enge Kollaboration und ein intensiver Austausch mit Teamkollegen. Machen wir es an der „User Story“ fest. Was ist eine User Story? Ein Ticket Typ in Jira? Gewiss. Zunächst ist eine Story eine Geschichte. Und Geschichten wollen erzählt werden. Tell Stories! Miteinander zu reden, um das gleiche Verständnis einer Anforderung zu bekommen, darum geht es im Kern. Die Dokumentation ist das, was folgt. Zentral ist der Austausch zwischen Product Ownern und Entwicklern.
Selbstverständlich geht es bei Agilem Arbeiten auch um Themen wie Testautomatisierung, den Einsatz einer DevOps Toolchain und vielen weiteren Aspekten. Die gewünschten Ergebnisse wird Agiles Arbeiten aber nur dann erzeugen, wenn die Methoden und Tools dem Mindset folgen und agile Prinzipien Anwendung finden.
Daniela Panzenböck

Daniela Panzenböck

Daniela Panzenböck leitet den Bereich Digitale Produktentwicklung bei think tank. Als Product Owner und Produktdesigner arbeitet sie täglich mit agilen Methoden und coacht interne wie externe Teams in Sachen „Agiles Mindset“ & Methodik.