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IT-Projektmanagement

Agile Skalierungsframeworks Nexus, LeSS und SAFe – Tabellarische Gegenüberstellung

Megatrends wie die Digitalisierung, die Globalisierung und die Flexibilisierung verändern unsere Arbeitswelt heute rapide. Die Erwartungen und Ansprüche der Kunden passen sich in immer kürzeren Abständen den digitalen Möglichkeiten an. Auch an Produkte werden permanent neue Anforderungen gestellt. Teams können über die ganze Welt verstreut sein und trotzdem hervorragend zusammen arbeiten. Alles wird schneller, interaktiver und agiler – entsprechend werden auch die Produktentstehungszyklen immer kürzer.

Eine Methode, die diesen Anforderungen gerecht wird – heute in aller Munde – ist Scrum. Jedoch! Was tun, wenn das Produkt so groß und umfassend ist, dass viele Teams, unterschiedliche Fachbereiche oder gar die ganze Organisation daran zusammenarbeiten soll? Die passende Skalierung für eine effiziente und zufriedenstellende Zusammenarbeit bietet den Teams Orientierung und Unterstützung. Aber: wie entscheidet man, welches skalierbare Framework das Beste ist? Welches Framework kann genutzt werden, wenn die Prozesse von Scrum für 3, 4, 5, … Teams zu klein gedacht sind? Die Suche nach dem optimalsten Vorgehen stellt für viele eine große Herausforderung dar.

Um Ihnen einen groben Überblick über die gängigen skalierbaren Frameworks zu bieten, habe ich eine Übersicht zusammengefasst, die die Unterschiede der einzelnen Frameworks herausstellt: Nexus (Framework for Scaling Scrum), LeSS (Large-Scaled Scrum) und SAFe (Scaled Agile Framework).

Nexus

Der Vater des Frameworks Nexus , Ken Schwaber, bezeichnet dieses selbst als Exoskelett, das drei bis neun Scrum-Teams verbindet um ein Produkt zu entwickeln. Es ist ein Prozess-Rahmenwerk auf Basis des agilen Manifests und Scrum.
Nexus besticht durch seiner Schlichtheit. Scrum wird in seinen Rollen, Events und Artefakten skaliert. Der Schwerpunkt liegt auf teamübergreifenden Abhängigkeiten und Integrationsthemen, die bei der Skalierung über mehrere Teams auftreten und legt Wert auf Transparenz.

LeSS

LeSS möchte durch seine Einfachheit bestechen (more with less) und setzt auf klare Prinzipien. Die Teams unter einem Product Owner sind für die komplette Produktentwicklung zuständig und tragen eine große Verantwortung, die auch die Kommunikation Richtung Kunden und Umfeld einschließt. Bei einer Größe von mehr als acht Teams wird das System zu LeSS Huge in einer zusätzlichen Skalierungsphase expandiert.

SAFe

SAFe ist ökonomisch ausgerichtet und hat die stetige Verbesserung der Wertströme im Auge. Mit seiner hierarchischen Struktur betrachtet es über das Team hinaus die Programm-, Solution und Portfolio-Ebenen sowie die Gesamteinbettung in das Unternehmen. Rollen, Methoden und Artefakte sind klar beschrieben und unterstützen die Einführung in das skalierte agile Arbeiten.
Nexus SAFe LeSS
Website scrum.org https://www.scaledagileframework.com https://less.works/de





Quelle: https://www.scrum.org/resources/scrum-framework-poster

Quelle: https://www.scaledagileframework.com/





Quelle: https://less.works/de
Vater / Väter des Frameworks Ken Schwaber Dean Leffingwell Craig Larman und Bas Vodde
Veröffentlicht ca. 2015 2011 2013
Basis / Ursprung Scrum Scrum, Kanban, XP Scrum
Art des Frameworks Prozess-Rahmenwerk
(Exoskelett)
Framework mit dem Anspruch Agilität im Unternehmensumfeld umzusetzen Framework, das Scrum um Praktiken für die Skalierung erweitert
Fokus des Frameworks Augenmerk auf Abhängigkeiten jeglicher Art Agile Ausrichtung der gesamten Organisation Balance zwischen fest definierter Struktur und empirischer Prozesskontrolle
Mindset Agiles Manifest und agile Prinzipien Agiles Manifest und agile Prinzipien
House of Lean
Scrum hat seine Gültigkeit
Lean (spez. 2 Säulen, Respekt und permanente Verbesserung)
Prinzipien Scrum Prinzipien 9 SAFe Prinzipien
– Ökonomischer Standpunkt
– System Thinking
– Variabilität / Optionen
– Inkrementelle Entwicklung mit Lernzyklen
– Meilensteine objektiver Bewertung
– WIP-Limits, reduzierte Losgrößen, Warteschlagenmanagement
– Kadenzen und Synchronisation
– Intrinsische Motivation von Wissensarbeit
– Dezentralisiere Entscheidungsfindung
10 LeSSPrizipien (in Schlagworten)
– Large-Scaled Scrum ist Scrum
– Transparenz
– More with Less
– Ganzheitlicher Produktfokus
– Kundenzentriert
– Kontinuierliche Verbesserung
– Lean Thinking
– Systemisches Denken
– Empirische Prozesskontrolle
– Warteschlagentheorie
Werte Alignment auf gemeinsames Ziel
– Transparenz
– Lieferzuverlässigkeit
– Built-in-Quality
Ausrichtung und Größe 3 – 9 Teams über 100 Teams
Gesamtorganisation stufenweise, Programm, Solution, Portfolio
LeSS: 3 – 8 Teams
LeSS Huge: > 8 Teams
Product Owner (PO) Ein PO Ein PO pro Team Ein PO pro Area
Teams cross-funktionale Teams cross-funktionale, stabile Team (Feature Teams),
bis max. 10 Mitglieder
Feature Teams
Langfristig zusammengesetzt
Verteilte Teams anwendbar anwendbar, jedoch nicht empfohlen anwendbar
zusätzliche Rollen zu Scrum Rollen Nexus Integration Team mit PO, SM und einem oder mehreren Teammitglieder auf Programm Ebene:
– Release Train Engineer,
– Produktmanager,
– System- Architekt/Engineer

auf Solution-Ebene:
– Solution Train Engineer,
– Solution Manager,
– Solution Architekt /-Engineer

auf Portfolio-Ebene:
– Lean Portfolio Management
Bei LeSS: keine
BeiLeSS Huge: Area Product Owner (mehrere Area Product Owner und der PO bilden das Product-Owner-Team)
Bedeutende zusätzliche Events zu Scrum Events – Refinement
– Nexus Sprint Planung
– Nexus Daily Scrum
– Nexus Sprint Review
– Nexus Sprint Retrospektive
auf Programm Ebene:
– Programminkrement (PI)
– Vorbereitung PI
– Agile Release Train (ART) Synchronisation (Scrum of Scrums sowie PO Sync)
– System Demo
– Inspect and Adapt

auf Solution Ebene:
– Pre- und Post-PI Planning
– Solution Demo
– Sprint Planung 1
– Sprint Planung 2
– Produkt Backlog Refinement
– Sprint-Review
– Gesamtretrospekive
Sprints Länge und Startpunkte identisch Länge und Startpunkte identisch, meist zwei Wochen. Integriert in Programm Inkrements (PI) (10 Wochen) Länge und Startpunkte identisch
Einbeziehung Kunde Keine Aussage über Business Owner und Product Owner Die DevTeams müssen direkt mit dem Kunden sprechen.
Einführung der
Skalierung
Von unten nach oben, erst ein Team, dann 2, 3, ..
Know How Träger eines Teams werden auf die anderen verteilt.
Roadmap (siehe Framework) Practical Guide
Engineering
Praktiken
Nexus Integration Team Architectural Runway, System Team DevTeam Verantwortung
Management Keine Aussagen dazu im Framework Ist bei der Skalierung einbezogen, top – down müssen die Organisation stetig verbessern; delegiert
Koordination & Integration in Nexus Events SAFe Events und hinzugenommene Rollen getrieben durch Kommunikation aller;
Communities, Open Space, Events
Umgang mit Unbekanntem / fehlendes Know How Keine Aussage 1. IP Sprint
2. enabler Stories
3. Unterstützung durch Programm Ebene
Traveler und Scouts
Augenmerk einfache Vorgehensweise, Transparenz Wertstrom Kundenzentriert / Produkt
Anpassbarkeit flexibel, minimalistisch, geringe Abwandlung vom originellen Scrum viele Rollen, zusätzliche Events, klare Stufen und Vorgehensweisen, dadurch unflexibel und schwerfällig auf unterschiedliche Situationen gut anpassbar
Anforderung bei der Einführung und Nutzung abgesehen vom Kulturwandel Eigene Strukturgebung notwendig, da dies das Framework nicht behandelt. einfach durch die strukturellen Vorgaben hohe Anforderungen an die Teams
Dokumentation 11 Druckseiten interaktive Web-Dokumentation eigene Philosophie und Experimente in mehreren Büchern
Diese Gegenüberstellung soll Ihnen eine Orientierung bieten, damit Ihnen die ersten Schritte bezüglich der Entscheidung in welche Richtung Sie gehen wollen – Nexus, LeSS oder SAFe – leichter fallen. Auf die Vor- und Nachteile sowie die Grenzen dieser Frameworks ist hier bewusst nicht eingegangen worden.

Jedoch, bevor Sie sich für eines der Skalierungsframeworks entscheiden können, müssen Sie genau überlegen welches zu Ihrer Unternehmenskultur und Ihren Unternehmenswerten passt. Prüfen Sie, was Ihr Ziel ist, was wollen Sie erreichen? Wie sieht das Umfeld aus und welche agilen Methoden kommen in Ihrem Unternehmen bereits zum Einsatz?

Meine Empfehlung ist, aus den bekannten Frameworks die Elemente, die am besten zu Ihrer Organisation passen, herauszunehmen und ein agiles Skalierungsframework zu adaptieren.

Quellen:
SAFe – https://www.scaledagileframework.com/, zuletzt geprüft am 30.09.2019
LeSS – https://less.works/de, zuletzt geprüft am 30.09.2019
THE NEXUS™ GUIDE – https://www.scrum.org/resources/nexus-guide, zuletzt geprüft am 30.09.2019
Agile Skalierungsframeworks: Safe, Less und Nexus im Vergleich – https://t3n.de/news/agile-skalierungsframeworks-safe-less-nexus-1150190/, zuletzt geprüft am 30.09.2019
Das beste agile Framework – 5 Large-Scale Ansätze im Überblick – https://www.mosaiic.com/agile_framework/, zuletzt geprüft am 30.09.2019
Kay Halk

Kay Halk

Kay Halk arbeitet seit Sommer 2017 bei think tank als Senior Consultant im Bereich Projektmanagement.
Als bekennende Agilistin reflektiert sie die verschiedenen Ansätze und Methoden und bringt diese nicht nur bei unseren Kunden zum Einsatz, sondern begleitet auch intern das Unternehmen stetig auf dem Wege hin zur Selbstorganisation.